VPS absichern: Die ersten Schritte nach der Installation

Ein frischer VPS mit Debian oder Ubuntu steht offen fuer die ganze Welt. Innerhalb von Minuten nach der Lieferung beginnen automatisierte Scanner bereits, SSH-Passwoerter auszuprobieren. Mit fuenf Schritten machst du die Maschine sicher. Erledige das, bevor du etwas anderes darauf installierst.

Schritt 1: Einloggen und aktualisieren

Logge dich per SSH mit dem Passwort aus der Lieferungs-E-Mail ein:

ssh root@deine-ip-adresse

Aktualisiere das System sofort:

apt update && apt upgrade -y

Schritt 2: Einen eigenen Benutzer anlegen

Arbeite nicht als root. Lege einen Benutzer an und gib ihm sudo-Rechte:

adduser meinbenutzer
usermod -aG sudo meinbenutzer

Logge dich aus und melde dich als neuer Benutzer wieder an, um zu pruefen, dass sudo funktioniert.

Schritt 3: SSH-Schluessel einrichten

SSH-Schluessel sind sicherer als Passwoerter. Auf deinem eigenen Computer generierst du ein Schluesselpaar:

ssh-keygen -t ed25519

Kopiere den oeffentlichen Schluessel auf den Server:

ssh-copy-id meinbenutzer@deine-ip-adresse

Teste, ob du dich ohne Passwort einloggen kannst. Funktioniert es, deaktiviere den Passwort-Login in /etc/ssh/sshd_config:

  • PasswordAuthentication no
  • PermitRootLogin no

Starte SSH neu: sudo systemctl restart sshd

Schliesse deine aktuelle Sitzung erst, nachdem du in einem zweiten Terminal bestaetigt hast, dass der Schluessel funktioniert. Sonst sperrst du dich selbst aus.

Schritt 4: Firewall aktivieren

UFW (Uncomplicated Firewall) ist auf Debian und Ubuntu standardmaessig verfuegbar:

sudo ufw allow OpenSSH
sudo ufw enable

Oeffne danach nur die Ports, die du brauchst:

  • Minecraft: sudo ufw allow 25565/tcp
  • FiveM: sudo ufw allow 30120/tcp und sudo ufw allow 30120/udp
  • Webserver: sudo ufw allow 80/tcp und sudo ufw allow 443/tcp

Alles, was du nicht explizit oeffnest, wird blockiert.

Schritt 5: Automatische Sicherheitsupdates

Installiere unattended-upgrades, damit Sicherheitspatches automatisch eingespielt werden:

sudo apt install unattended-upgrades -y
sudo dpkg-reconfigure -plow unattended-upgrades

Waehle "Yes", wenn gefragt wird, ob Sicherheitsupdates automatisch installiert werden sollen.

Extra: fail2ban

Fail2ban blockiert IP-Adressen, die wiederholt fehlgeschlagene Logins versuchen:

sudo apt install fail2ban -y

Die Standardkonfiguration schuetzt SSH direkt nach der Installation. Nach drei fehlgeschlagenen Versuchen wird die IP-Adresse fuer zehn Minuten blockiert.

Sollte ich den SSH-Port aendern?

Es hilft gegen automatisierte Scans, ist aber keine echte Sicherheit. Mit SSH-Schluesseln und fail2ban ist der Standardport 22 sicher genug. Ein angepasster Port fuegt Komplexitaet hinzu ohne viel Gewinn.

Wie erkenne ich, ob jemand eingebrochen ist?

Pruefe /var/log/auth.log auf unbekannte Logins. Der Befehl last zeigt die letzten Anmeldesitzungen. Mit sudo fail2ban-client status sshd siehst du, wie viele IP-Adressen blockiert wurden.

Reicht das fuer einen Produktionsserver?

Fuer einen Gameserver oder ein persoenliches Projekt: ja. Fuer eine Webanwendung mit Kundendaten geht die Checkliste weiter: HTTPS, Datenbankverschluesselung, regelmaessige Backups und Monitoring. Aber diese fuenf Schritte sind das Fundament, auf dem alles aufbaut.

Bei HostValues werden KVM VPS-Maschinen mit Debian oder Ubuntu nach Wahl geliefert. Die ersten Schritte stehen auch in der Wissensdatenbank: VPS erste Schritte.


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